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Die 10 Denkgebote

Es ist erschreckend wie sehr die/wir Menschen, wegen fehlender Aufklärungsbereitschaft, völligem Unwissen oder auch vorsätzlicher Ignoranz, am Richtigen oder besser an Richtigerem vorbeidenken und vorbeiargumentieren. Das kollektiv massive Fehlen von im Kern wenigem spezifischem Wissen über die Abgründe von Gefahren und Konsequenzen der Kommunikation führt immer wieder aus unvollständigem Denken heraus über egozentrisches Urteilen und Werten über Andersdenkende zu tragischem Handeln gegenüber diesen.

Dabei ist es im Kern ganz einfach, wenn man zumindest beim wissenschaftlichen Argumentieren nur wenige Regeln beachtet. Diese grundsätzlich notwendigen sinnreichenden Randbedingungen des vorausgehenden menschlichen Denkens zur Kommunikation, zum Urteilen und Handeln, nennen wir sie ruhig »Die 10 Denkgebote«, sind selbst Wissenschaftlern weitestgehend unbewusst. Sie sind in der Lage das tiefe Verständnis zum Denken, Werten und Handeln hinsichtlich möglicher Konsequenzen zu untermauern, also auf einem Zureichenden Grund zu stellen (siehe das zweite Gebot). Gerade für den interdisziplinären Bereich des holistischen (ganzheitlichen) Denkens, der in Praxis einem universitären Dörnröschenschlaf gleicht, ist ein Bereich der unser wissenschaftliches Verständnis zusammenfassen können soll und dazu sind diese nun folgenden 10 Denkgebote eine wichtige Grundlage.

Inhaltsverzeichnis [Verbergen]

1. Die Mär vom vollständigen Denken
2. Der zureichende Grund
3. Das wissenschaftliche Sparsamkeitsprinzip
4. Identität und Differenzierung
5. Sprachkritik und Verortung
6. Sprache versus Modell
7. Eindimensional codiertes Denken
8. Die vier Denkbeschränkungen
9. Der Kategorische Imperativ
10. Die Mär von der Universalrealität
11. Epilog



1. Die Mär vom vollständigen Denken [Inhaltsverzeichnis]

Objektives, tolerantes und respektierendes, ethisch faires Denken als Grundlage zu humanen Werten und damit einhergehend gemeinsames existenzsicherndes Handeln soll geprägt sein von dem bewussten Wissen, dass:

das »Gödel’sche Unvollständigkeitsprinzip« und/bzw. der soziologische (Luhmann’sche) »Blinde Fleck«, als Folge der prinzipiellen Unmöglichkeit wahrzunehmen was wir nicht wahrnehmen (können), dazu führt, dass wir immer geneigt sind so zu tun, als wenn wir etwas vollständig oder ausreichend erfasst haben, Kenntnis darüber haben und/oder in der Lage wären dieses vollständig kommunizieren zu können:

Du sollst dein eigenes Denken und das darauf begründete Kommunikationsverhalten deshalb mit gebotener Vorsicht nur als »wahrscheinlich richtig« und nicht als geglaubte finale Aussage der in diesem Sinne oft zu hörenden sprachlichen Entgleisung »Ich glaube dass ...« ansehen. Im wissenschaftlichen Bereich, wo es definitiv nicht um individuelle Weltsichten geht hat eine solche einleitende Formulierung nichts verloren. Auch eine Überzeugung kann grundsätzlich nur relativ und wenn überhaupt dann nur temporär zum momentanen Zeitpunkt für eine Zeitspanne richtig sein, weil sie falsifizierbar bleiben muss. Besser wären die Einleitungen »Ich denke dass ...« oder »Ich halte es für sehr wahrscheinlich dass ...«, da sie von vorn herein toleranter und tolerabler klingen und dieser kommunikationsdynamische Fakt darf in seinen gruppendynamischen Konsequenzen nicht unterschätzt werden. Glaube hat in der Wissenschaft genauso wie der überstrapazierte Begriff »Wahrheit« prinzipiell nichts zu suchen! Letzterer muss durch »wahrscheinliche Richtigkeit« ersetzt werden.


2. Der zureichende Grund [Inhaltsverzeichnis]

Objektives, tolerantes und respektierendes, ethisch faires Denken als Grundlage zu humanen Werten und damit einhergehend gemeinsames existenzsicherndes Handeln soll geprägt sein von dem bewussten Wissen, dass:

die »Vier logischen Denkgesetze« insbesondere das vierte Gesetz vom »Zureichenden Grunde« konsequent in unser Denken einzubeziehen sind:

Du sollst immer daran denken, das alle deine Thesen, die dein Weltbild ausmachen immer auf einen allgemeineren Grund basieren bzw. von einem solchen abzuleiten sind. Wenn du das nicht tust, dann befindet sich diese These sozusagen bezugslos im Nichts und wird genau dadurch zu einem Glauben. Du sollst also alle deine Äußerungen daraufhin prüfen, damit deine Thesen toleriert und im besten Falle akzeptiert werden, wenn du überzeugen willst.


3. Das wissenschaftliche Sparsamkeitsprinzip [Inhaltsverzeichnis]

Objektives, tolerantes und respektierendes, ethisch faires Denken als Grundlage zu humanen Werten und damit einhergehend gemeinsames existenzsicherndes Handeln soll geprägt sein von dem bewussten Wissen, dass:

das »wissenschaftliche Sparsamkeitsprinzip« oder auch »Ockhams Rasiermesser« genannt eine wichtige, wertvolle und notwendige Randbedingung ist, um eine Hypothese gegenüber einer anderen als die sehr wahrscheinlich richtigere und zutreffendere herauszufinden:

Denke immer daran, dass dein personlicher Tellerrand eben ein Rand ist und dass es dahinter grundsätzlich weiteres gibt. Prüfe alle deine Hypothesen daraufhin, ob es auch andere Hypothesen dazu gibt oder geben könnte. Wenn es solche gibt, dann prüfe, wenn verfügbar dann gemeinsam und sachlich mit dem Vertreter der anderen Hypothese, welche Hypothese in ihren Thesen die geringere Anzahl an Annahmen macht, überbestimmt ist oder gar unelegante oder mystische Annahmen benutzt, die eigentlich nicht zusätzlich notwendig sind. Wenn es keine solche gibt, dann prüfe, ob deine Hypothese selbst auf zusätzlichen, nicht notwendigen oder gar uneleganten Annahmen, Zirkelschlüssen oder Tautologien beruht, also den Vier logischen Denkgesetzen widersprechen und die damit den eigentlichen Hypothesekern überstrapazieren und/oder überdefinieren.


4. Identität und Differenzierung [Inhaltsverzeichnis]

Objektives, tolerantes und respektierendes, ethisch faires Denken als Grundlage zu humanen Werten und damit einhergehend gemeinsames existenzsicherndes Handeln soll geprägt sein von dem bewussten Wissen, dass:

erst die dreifache Differenzierung zwischen Bezeichner und Bezeichnetem sowie der zugeordneten Bedeutung dazu führt, den richtigen Kern einer Entität zu erkennen und Widerspruchmomente auflöst:

Du sollst dir immer bewusst sein, dass das übliche Hinnehmen einer Identität zwischen Bezeichner, Bezeichnetem und Bedeutung oder auch das dreifache Für-identisch-Halten von Wissen, Wahrnehmung und dem vermeintlichen »so-sein« (der Essenz) der Welt vor den Sinnen deinen Blick für analytisch und methodisch richtiges Kategorisieren, Ordnen und Zuordnen als Voraussetzung für sinnreichende Erkenntnis aus Prinzip vernebelt. Wenn du das nicht tust, dann erscheinen zwangsläufig innere Widerspruchsmomente in deiner Hypothese, die grundsätzlich unauflösbar sind. Du wirst mit einem solchen Denken nicht an die Erkenntnis gelangen, dass unsere wahrnehmbare Wirklichkeitsausprägung etwas ganz anderes ist, als die ontologische »Realität vor den Sinnen« und wiederum was ganz anderes, als die epistemische Theorie darüber. Erst durch das Differenzieren systemimmanenter spezifischer Realitäten, die eine betrachtete Entität in den differenzierbaren Ebenen jeweils individuell anders ausmachen, fügt sich alles zu einem holistisch widerspruchsmomentfreien Ganzen zusammen. Erst durch das Nichthinnehmen der Worte an Realität statt wirst du das Gefühl haben, dass deine Hypothesen notwendig, wenn auch noch nicht unbedingt hinreichend, sinnvoll sind.


5. Sprachkritik und Verortung [Inhaltsverzeichnis]

Objektives, tolerantes und respektierendes, ethisch faires Denken als Grundlage zu humanen Werten und damit einhergehend gemeinsames existenzsicherndes Handeln soll geprägt sein von dem bewussten Wissen, dass:

deine/jede Sprache durch drei grundsätzliche Probleme gekennzeichnet ist:

Du sollst dir immer bewusst sein, dass deine Sprache:

1.) grundsätzlich immer eine Stufe weiter von der eigentlichen Erscheinung entfernt ist die du beschreiben oder erklären willst, als ein Modell davon,

2.) grundsätzlich durch deine Kultur und deine Gesellschaft mit ihrem Werteverständnis konditioniert ist wenn du mit anderen redest, auch wenn du das an deinem eigenen Denken selbst kaum wahrnimmst und

3.) dass du mit endlichem Aufwand niemals vollständig argumentieren kannst und dass deine Aussagen damit immer einen Kompromisszwang zwischen Qualität und Quantität der Informationsvermittlung erfordern.

Sei deshalb auf der Hut mit alltäglichen Formulierungen und rein sprachlogischen Argumenten, die ganz schnell zu Missverstehen oder prinzipieller Ablehnung führen können, obwohl du wissenschaftliche oder ethische Akzeptanz erreichen willst. Versuche, so du die Hörbereitschaft eines Anderen erreicht hast, nicht rein verbal zu überzeugen, das funktioniert mit zunehmender Ferne zur anderen Kultur, Weltbild und Werteverständnis immer weniger. Führe alle deine Argumente ganz passiv auf reine aufklärende Information und so weit als möglich auf sprachunabhängige Modelle und weltweit bewährte syntaktische Regeln zurück und denke immer an den zureichenden Grund deiner Thesen. Lass das von deiner Sprache, Kulturverständnis und Wertesystem unabhängige Modell selbst wirken, denn nur so kann sich ein Anderer sein eigenes Bild davon machen, wie er mit deinen Thesen umgehen möchte und nur so wirst du relativ wahrscheinlich deine Thesen zumindest toleriert sehen.


6. Sprache versus Modell [Inhaltsverzeichnis]

Objektives, tolerantes und respektierendes, ethisch faires Denken als Grundlage zu humanen Werten und damit einhergehend gemeinsames existenzsicherndes Handeln soll geprägt sein von dem bewussten Wissen, dass:

die Sprache mit ihrem grundsätzlichen Sekundärvermögen aus Prinzip eine Stufe weiter von der/einer vermeintlich objektiven Wirklichkeit entfernt ist als ein Modell:

Du sollst dir immer bewusst sein, dass d/eine verbale Argumentation aus Prinzip kein Modell ersetzen kann, da sie sich noch eine Stufe weiter von der betrachteten Erscheinung entfernt befindet. Deshalb versuche immer, so ein Modell für das Betrachtete verfügbar ist, die zu vermittelnde Hypothese durch modellare Bilder oder Formalismen in bewährten Syntaxen darzustellen und zu untermauern. Die Sprache darf nicht argumentieren sondern nur Beschreiben was ein potentes sprachunabhängiges Modell zu erfassen in der Lage ist, wenn du überzeugen willst.


7. Eindimensional codiertes Denken [Inhaltsverzeichnis]

Objektives, tolerantes und respektierendes, ethisch faires Denken als Grundlage zu humanen Werten und damit einhergehend gemeinsames existenzsicherndes Handeln soll geprägt sein von dem bewussten Wissen, dass:

das eindimensional codierte Denken in »entweder-oder«-Kategorien erkenntnistheoretisch grundsätzlich keine Widerspruchsmomente auflösen kann:

Du sollst immer versuchen dich nicht am Ende oder zwischen zwei sich widersprechenden Thesen oder zweier Endpositionen eines Widerspruchsmoments festzubeißen, auch wenn das d/ein Diskurspartner tut, denn so kann grundsätzlich niemand eine Lösung erkennen. Auch Kompromisssuche und der Versuch schwächerer Lesarten der Problematik auf der eindimensionalen Linie zwischen den Extrempositionen können ein Widerspruchsmoment grundsätzlich nicht aus der Welt argumentieren (ein weitestgehend unverstandenes erkenntnistheoretische Problem!). Nur durch den Versuch das horizontal eindimensionale Denken zu durchbrechen, indem du »vertikal« in einer zweiten Dimension denkend, nach den zureichenden Gründen ermittelst, hast du, wenn überhaupt, eine Chance den gemeinsamen Kern zu finden. Nur »dort« wirst du erkennen können, wie du systemisch bzw. systemtheoretisch differenzieren musst, um die jeweilige spezifisch individuelle Richtigkeit scheinbarer innerer Widersprüche von Thesen im Umfeld der nun differenzierbaren Systeme einheitlich zu lösen. Nur »dort« zeigt sich das gemeinsame allgemeinere System (der zureichende Grund), aus dem beide spezialisierten Aussagesysteme spezifisch durch Abgrenzung hervorgegangen sind. Das ist Systematik pur!


8. Die vier Denkbeschränkungen [Inhaltsverzeichnis]

Objektives, tolerantes und respektierendes, ethisch faires Denken als Grundlage zu humanen Werten und damit einhergehend gemeinsames existenzsicherndes Handeln soll geprägt sein von dem bewussten Wissen, dass:

unser Denken vier wichtigen grundsätzlichen Schranken unterliegt:

a) Das Hinnehmen der Dinge in ihrem vermeintlichen so-sein.
b) Das prinzipielle Nichtwahrnehmen von nicht Wahrnehmen.
c) Das egozentrische Denken.
d) Das zentralistische Denken.

Du sollst immer versucht sein die vier Schranken deines Denkens zu kennen und in dein Denken und Verhalten einzubeziehen um etwas bescheidener zu wirken.

a) Du sollst deine Thesen und Hypothesen, auch wenn du noch so überzeugt bist, nach Akten des Glaubens, nach Paradigmen und Mythen, denen du aufliegst und nach Dogmen, die dein Denken unbemerkt behindern, unablässig durchforsten und hinterfragen, ob du einen zureichenden Grund hast oder etwas in seinem vermeintlichen »so-sein« nur hinnimmst. Und auch wenn du ein Paradigma erkannt hast aber nicht weist, wie die Alternative aussehen könnte, so ist das ein Beleg für die nur temporäre Gültigkeit von Wissen und bietet die Chance zu weiterer Erkenntnis.

b) Erkenne, dass du so wie jedes Lebewesen, neurologisch prinzipiell nicht in der Lage bist introspektiv wahrzunehmen, dass du etwas nicht wahrnimmst! Darum sollst du auch immer tolerant mit deinen eigenen Gedanken und den Gedanken anderer umgehen und dich nicht an liebgewonnenen Thesen festbeißen.

c) Erkenne wo du auf deinem eigenen inneren Ich-Standpunkt heraus über Andere oder Anderes urteilst. Dieses überhöhte Urteilen ist der Urgrund von Subjektion, die ganz schnell im Glauben an finale Wahrheiten endet.

d) Bedenke wie sehr das zentralistische Denken in der Historie zu tragischen Prozessen gegen die bekannten Aufklärer geführt hat. Versuche dieses Denken, auch wenn wir das in unserer heutigen Wissensgesellschaft schon weit überwunden haben oder zu haben vorgeben, auch weiterhin zu vermeiden, denn jeder von uns hat unbestritten das psychologische Geltungsproblem, das bei einer Person anfängt und bei nationalem Denken nicht unbedingt aufhört. Sich und sein gesellschaftlich-kulturelles Umfeld sowie das darin verankerte Weltbild als den Nabel der Welt anzusehen ist heute leider wieder auf dem Vormarsch, wie das an den Kreationisten, den Islamisten, den Rechst- und früher den Linksradikalen, oder allgemein jeder Radikalität, die ihr Weltbild exzessiv über das der Andersdenkenden stellt, festzustellen ist. Diese Denkbeschränkung führt zu den inhumansten Erscheinungen auf unserem Erdenrund!


9. Der Kategorische Imperativ [Inhaltsverzeichnis]

Objektives, tolerantes und respektierendes, ethisch faires Denken als Grundlage zu humanen Werten und damit einhergehend gemeinsames existenzsicherndes Handeln soll geprägt sein von dem bewussten Wissen, dass:

der Kannt’sche Kategorische Imperativ aller modernen Kritik eine immer noch sehr denkwürdige und ethische Grundlage unseres Denkens, Wertens und Handelns sein muss:

Du sollst immer daran denken, wie es der Volksmund sagt: »Was du nicht willst, was man dir nicht tu’ das füg’ auch keinem anderen zu.« Der bekannte deutsche Philosoph Immanuel Kant (1724-1804) formulierte diesen seinen Kategorischen Imperativ so: »Handle stets so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.« und wollte damit den individuellen Willen als Voraussetzung des Handelns als eine allgemein nutzende und nicht schädigende bewusste Kontrollinstanz beschreiben und zum Ausdruck bringen. Kontrolliere allzeit auch dein Denken genau nach dieser Maxime, wenn du mit anderen kommunizierst. Damit wirst du die höchstmögliche Toleranz zu deinem Denken und Verhalten erfahren. Versuche auch alle deine Hypothesen danach auszurichten und so vorzuformulieren, damit du nicht Gefahr läufst deine Argumente ethisch unfair zu formulieren und anderen damit zu Nahe zu treten.


10. Die Mär von der Universalrealität [Inhaltsverzeichnis]

Objektives, tolerantes und respektierendes, ethisch faires Denken als Grundlage zu humanen Werten und damit einhergehend gemeinsames existenzsicherndes Handeln soll geprägt sein von dem bewussten Wissen, dass:

das die selbst wahrgenommene Wirklichkeit grundsätzlich nicht als universal gültige Realität angesehen werden kann und darf:

Du sollst immer daran denken, dass deine von dir wahrgenommene Wirklichkeit grundsätzlich eine egozentrische Wahrnehmung ist und keine universal gültige Realitätsausprägung! Es gibt keine Universalrealität und auch nicht »Die Wirklichkeit«! Dieses leider übliche Denken ist ein unrichtiges Paradigma mit fatalen Konsequenzen. Wir neigen leider andauernd dazu die eine/unsere Realität/Wirklichkeit gegen eine andere Realität aufzuwiegen; neigen andauernd dazu die eigene Wirklichkeitswahrnehmung als universale Richtigkeit über eine Andere und Anderes zu stellen. Und obwohl wir diese Universalrealität (aus eigener Wahrnehmung Gnaden) unterstellen, werten wir darauf basierend trotzdem in einseitig differenzierender Weise (was auch ein interessantes Widerspruchsphänomen ist, das kaum jemand kennt und ein entsprechendes Licht auf unseren kollektiven Unverstand wirft!) über andere Menschen im Sinne von »Meine (als universal hingenommene) Realität/Wirklichkeit ist realer als deine!« und genau das ist letztlich der eigentliche Urgrund aller menschlichen Konflikte! Sei dir also immer bewusst, dass des anderen Wirklichkeit, und erscheint dir diese noch so absurd, definitiv und tatsächlich eine für diesen Anderen völlig normale und richtige Wirklichkeit ist. Dieses hoch ethisch faire Denken enthebt uns nicht a priori der Möglichkeit uns jederzeit neu zu entscheiden, ob wir uns wehren sollen oder müssen oder ob es darum geht wissenschaftlich rational zu denken, weil es um die Sache geht und nicht um uns. Jede Realität ist genau die Realität, die widerspruchsfrei zu ihrem System gehört, denn kein System, auch kein Denk- bzw. Weltanschauungssystem ist »in sich« widersprüchlich, sondern allerhöchstens unvollständig!


Epilog [Inhaltsverzeichnis]

Es ist schon fast »einen weltweiten Skandal« zu nennen, dass selbst in der heutigen Zeit wohl die meisten, sich selbst als aufgeklärt wähnende Politiker, aber auch sehr viele Wissenschaftler die Einbeziehung dieser notwendigen und weitestgehend hinreichenden erkenntnistheoretischen Grundregeln des Denkens grundsätzlich und geflissentlich unterlassen oder erst gar nicht kennen und wirft ein entsprechendes Licht auf die Denkkultur/en dieser Welt.

In diesem Zusammenhang noch eine denkwürdige Tatsache: Der seltsamerweise extrem unbekannte Unterschied zwischen Moral und Ethik! Wenn man jemanden fragt, was er denkt um was sich Moral oder Ethik kümmert, dann wissen es die meisten Menschen nicht explizit, obwohl sie oft mit dem Begriff Moral argumentieren. Es ist festzustellen und offenbar, dass alle Gesellschaften auf dieser Welt, gerade die Politiker, hauptsächlich in Moralkategorien gepaart mit dem üblichen Wertungsverhalten »Meine Realität ist realer als deine!« denken, werten und handeln. Da sich Moral in aller Regel aber rein auf egoistischer und gerade egozentrischer Definitionsbasis um Gut und Böse kümmert, führt das immer wieder zu entsprechenden Vorverurteilungen Andersdenkender und -handelnder, Feindbilder mit tragischen Folgen werden geschaffen. Man braucht sich nur den globalen Brandstifter und arrogant-überheblichen Egozentristen George W. Bush, aber auch die andere/n Seite/n ansehen. Das weitreichend nicht bekannte oder hinsichtlich der Konsequenzen unbewusste Problem ist, dass es »Das Gute« und »Das Böse« an-und-für-sich nicht gibt. Insofern ist dieses Denken wieder einmal der Grund unfairen, also unethischen Verhaltens im Vorfeld zu daraus möglichen offenen Konflikten, wie es die Weltgeschichte zeigt. Diese Argumentation mag zwar monokausal und unterkomplex sein, aber das Leben lehrt uns diesen offenbaren Verhaltenszustand.

Das Denken in Moralkategorien ist immer der Akt einer willkürlichen »ich bin gut und du bist böse«-Einteilung, die oftmals noch mit »Gott mit uns gegen den bösen Feind« argumentativ unterlagert wird und wurde. Damit wurden alle Kriege auf allen Seiten bis heute, mit der üblichen Immunisierungsstrategie als heilige Richtigkeit der Kritik entzogen, begründet. Diese Wirkung verstehend ist ein Denken und Werten in ethischen Kategorien die grundsätzlich humanere Wahl im intergesellschaftlichen und interkulturellen Raum auf einer immer enger werdenden Welt. Grundsätzlich sollte, wie es der mittlerweile bekannte Religionskritiker Michael Schmidt-Salomon in seinem Buch »Manifest des evolutionären Humanismus« ausdrückte, die Argumentation »Gott mit uns!« keine Erfurchtsverhalten erzeugen, sondern kollektive Lachsalven hervorrufen. Dann würden sich die entsprechenden Politiker wohl rationaler verhalten und diese inhuman moralisierende und vorverurteilende Einfalt endlich ablegen.


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Weitere Info hierzu über ULRIM-Verlag Darmstadt (www.ulrim.de), wo Sie sich ganz zwanglos informieren können!