Platon
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These 2

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Die Systemtheorie sollte für das tiefere Verständnis der Thesen inhaltlich bekannt sein (siehe Navigationsleiste).
»Unser physikalisches Weltbild steht Kopf«

  oder »Kann man leeren Raum sehen?«


These: Das physikalische, in den Schulen vermittelte Wahrnehmungsmodell ist falsch!

Diese These baut auf der vorherigen These 1 auf. Sie muss zur Vermeidung von Wiederholungen hier verständnismäßig vorausgesetzt werden.


Prolog:

Alles was es gibt, lässt sich auf vier sog. Basisentitäten reduzieren, aus denen die erlebbaren Welt besteht: Raum, Zeit, Energie und Materie. Aus diesen ist alles zusammengesetzt, zumindest in unserem unmittelbaren Alltagsumfeld und in bezug auf Alltagserfahrung und Schulwissen.

Wenn man tiefer und kritischer über die Welt nachdenkt, wie sie sich um uns herum befindlich darbietet, so stellt man aber (schon von Alters her) fest, dass es einen tiefen Bereich von Widersprüchlichkeiten und Paradoxien gibt, die man sich nur schwerlich erklären kann. Schon die altvordern Philosophen der Antike wie Sokrates, Demokrit und Platon (um nur einige zu nennen) haben das erkannt und die entsprechenden Fragen gestellt.

Heutzutage ist trotz weit fortgeschrittener Wissenschaft festzustellen, dass diese Gedanken und Fragen an und über die erlebbare Weltrealität keineswegs eindeutig interpretiert und für jeden befriedigend erklärt sind. Es bleibt festzustellen, dass die uralten Fragen der Philosophen nach wie vor hoch aktuell, weil letztlich unbeantwortet, sind. Trotz heutiger Errungenschaften und bestehendem Wissen aus allen Bereichen der, als konkret(!) angesehenen Wissenschaft, wie Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Neurologie, Psychologie und Verhaltensforschung, etc., ist das noch nicht gelungen.

Gerade der Physik, von der klassischen, mechanistischen bis hin zur Quantenphysik, gelingt es trotz ihrer inneren Konsistenz und unzweifelhaften Gültigkeit nicht, die sog. objektive Realität, wie sie von uns allen erlebbar ist, so zu erklären, das das Welterleben mit genau diesen Entitäten, übereinstimmt. Genau die Entitäten, die die Basis allen Seins und jedes wissenschaftlichen Gedankens sind, hinterlassen paradoxe unbeantwortete Fragen, wenn man untersucht, wie und auf welchem Wege ein Lebewesen seine Informationen oder Botschaften aus seiner Umwelt erhält. Aus einem bisher (auf der Basis, der als universal unterstellten Realität) nicht eindeutig interpretierten Grund, lässt sich die Funktionsweise der Informationsaufnahme von uns Lebewesen nicht zweifelsfrei eingliedern in die physikalische Erkenntnis und in bezug auf die Basisentitäten. Trotzdem doch festzustellen ist, das die Funktionsweise unserer Sinnessensoren sehr wohl durch die übliche Physik eindeutig erklärbar ist. Irgendwo zwischen dem Sensor und unserem wahrnehmenden Bewusstsein passiert etwas, dass eine akzeptable Erklärung bisher verhindert. Das ist letztlich der Grund, warum das reaktive Leben als solches nicht eingegliedert ist in diese Physik, die sich völlig steril dazu verhält.

Lassen Sie uns einmal gemeinsam darüber reflektieren woran das liegen könnte. Betrachten wir die Welt erst einmal so, wie sie sich uns darstellt, um die typischen philosophischen Fragen dazu zu erkennen. Das gelingt aber nur, wenn man sich innerlich völlig frei macht von den typisch emotionellen Empfindungen, die das Gefühl des »Das glaub’ ich aber nicht!« in uns so schnell erzwingen möchte.
Diskurs:
Frage: Wie erfahren wir etwas aus der Umwelt? ... Über unsere Sinne natürlich! Welche sind das?: Sehen, hören, fühlen, riechen, schmecken; wir kennen sie alle. Das sind die Hauptsinne, die uns mit einer körperäußeren (hier noch als universal unterstellten) Realität verbindet. Daneben gibt es noch so manche Sinne, die uns mit einer körperinneren Realität verbindet: Hunger, Durst, Schmerz, etc.

Betrachten wir als Erstes unsere nach außen, vor unsere Körperoberfläche gerichteten Hauptsinne. Zum weiteren Verständnis ist es wichtig, dass wir den Begriff »Sinn« deutlich, wie in These 1 gezeigt, unterscheiden in Sensor, Nervenbahn, Gehirn, wahrnehmendes Bewusstsein und Empfindung. Jedes Teilsystem dieses Sinnsystems hat seine eigene, immanente Realitätsausprägung.

Alle diese Sensoren haben eines gemeinsam: Sie liegen an der Körperoberfläche und nehmen Informationen aus der Realität auf, die uns umgibt. Weiterhin ist festzustellen, dass die Funktionsweise dieser Sensoren auf der Basis der klassisch mechanistischen Physik ausnahmslos durch die elektromagnetische Kraft (em-Kraft) eindeutig und hinreichend erklärt ist.

Wenn wir uns jetzt fragen, was das ist, was unsere Sensoren aufnehmen und damit vergleichen, was in unserem Bewusstsein daraufhin als Wahrnehmung in Erscheinung tritt, so sind wir genau an dem seltsamen Phänomen, das schon Platon beschäftigt hat. Platon wusste natürlich noch nichts von der elektromagnetischen Kraft, aber er erkannte schon intuitiv, dass die erlebbare Welt um ihn herum in seltsamer, unbeschreiblicher Art anders wirkt, als man sie wahrnimmt.

Was also nehmen unsere Sinne als erstes wahr, wenn wir mit der Umwelt interagieren? Das möchte ich an einem Bild verdeutlichen:
 

Wahrnehmungmodell
 
Aus These 1 wissen wir, dass wir auf der Basis differenzierter Realitätssysteme beim Auge sehr wohl als erstes Helligkeit als unmittelbar generierte Emotion in unserer Wahrnehmung empfinden. Diese kann, muss aber nicht durch Farbe gekennzeichnet sein. Beim Fühlen ist es Widerstand und Wärme, beim Hören ist es das Geräusch gegenüber der Stille, beim Riechen der Duft und beim Schmecken süß, sauer, salzig und bitter. Alle fünf Sinne erfahren als erstes diese (wir definieren die:) »Unmittelbar generierten Emotionen«. Und da diese Sinne alle Sinne sind, die uns mit der Realität (Achtung) »vor den Augen« verbindet, stellt sich nun die Frage: wo um alles in der Welt bleiben denn die Basisentitäten allen Seins? Wo, mit welchem Sensor nehme ich denn unmittelbar(!) Raum, Zeit, Energie und Materie aus der Umgebung meines Körpers wahr?

Analysieren wir aber erst einmal weiter: Wenn wir über die Schnittstelle der Sinne an der Körperoberfläche diese »Unmittelbar generierten Emotionen« empfinden, dann tritt in Folge eine (wir definieren die:) »Sensorisch generierte Wahrnehmung« auf: Aus dem Widerstand an der Körperoberfläche (der Haut) empfinden wir die Kraft und bei starker Kraftwirkung auch Schmerz; aus der Wärme wird die Temperatur; aus der Helligkeit das Licht; das Geräusch wird zum Ton; der Duft zum Geruch und die »Unmittelbar generierte Emotion« süß, sauer, salzig und bitter zum Geschmack.

In der nächsten analytisch feststellbaren, differenzierbaren Stufe folgt (wir definieren:) die »Assoziativ generierte Wahrnehmung« (»assoziativ« im tatsächlichen Sinne von »assoziierend = verbindend, zuordnend«). Aus der Kraft wird die Masse; aus Licht wird Farbe; aus Licht und Kraft wird der Ort und die Form eines Gegenstandes; aus den Tönen wird eine empfindbare Sinfonie und Geruch zusammen mit Geschmack assoziieren das Aroma.

Wer aufgepasst hat wird feststellen, dass wir bis hierher schon drei Schnittstellen weit von einer unmittelbaren(!) Umgebungswahrnehmung entfernt sind. Die Basisentitäten unserer Umwelt sind noch immer nicht wahrgenommen. Aber weiter:

Wir definieren als nächste Stufe die »Resultativ generierte Wahrnehmung«: das Resultat der Vorstufen. Vierte Schnittstelle: Aus dem empfundenen Ort und der Form von Gegenständen unterstützt von einem stereoskopisch empfundenen Effekt des Hörens einer Sinfonie empfinden wir die (Achtung) »Raumhohlheit«, und aus der Zustandsveränderung aller Prozesse über alle Wahrnehmungsstufen hinweg wird Resultativ die Empfindung von Zeitverlauf in unserer Wahrnehmung generiert. Wohlgemerkt: Nicht Raum und Zeit, sondern Raumhohlheit und Zeitverläuflichkeit im Sinne der Empfindung dessen!

Als letzte Stufe der Wahrnehmung definieren wir die »Interpretierte Wahrnehmung«. Aus der Masse der »Assoziativ generierten Wahrnehmung« wird die Materie, Temperatur, Masse und Licht wird zu Energieformen, Raumhohlheit wird zum Raum und Zeitverläuflichkeit zur Zeit.

Es bleibt festzustellen: Die von uns in üblicher Weltsicht unterstellten Basisentitäten Raum, Zeit, Energie und Materie sind am weitesten von einer unmittelbaren, sensorischen Wahrnehmung, der »unmittelbar generierten Emotion« entfernt, und alle in der üblichen Schulphysik als Folgeerscheinungen dieser Basisentitäten beschriebenen Entitäten sind eben nicht die Folgeerscheinungen, sondern die unmittelbaren Sinneswahrnehmungen aus der Umwelt! Kraft als Folge von Masse mal Beschleunigung (Raumweg pro Zeit im Quadrat), Temperatur als Folge von Energiepotential, Licht als Folge von, den Raum und die Zeit durcheilenden em-Wellen, Raum durcheilende Schallwellen, Duftmoleküle etc..

Hier wird überdeutlich, wie wir durch völlig ignorierte Differenzierbarkeit von Begriffen und Inbegriffen dessen über mehrere Stufen hinweg alles als ein Mischmasch durcheinander würfeln. Um so erstaunlicher, dass diese Analyse öffentlich keiner durchgeführt hat; zumindest nicht im öffentlich verfügbaren wissenschaftlichen Diskurs, obwohl dazu keine besondere Fähigkeit vonnöten ist. Die Feststellung dieser These ist extrem naheliegend und(!) auf der Basis bestehenden Wissens konkreter Wissenschaften durchzuführen ohne diesen zu widersprechen. Das physikalische Weltbild wird kopfstehend an- und hingenommen in seinem »so-sein« und vermittelt, obwohl es doch eigentlich jeder weis. Aber nur wenige Menschen, angefangen bei Platon, erkennen diese tief in der menschlichen Gesellschaft verwurzelte Fehlsicht auf die Dinge.

Man muss aber aufpassen: Diese Analyse befindet sich ausschließlich im Rahmen der Betrachtung von wahrnehmenden Bewusstsein und der vor die Augen projiziert empfundenen Generatorrealität. Aber schon in diesem physikalischen Rahmen liegt das auf dem Kopf stehende Weltbild begründet!

Wem das zu trocken war, dem möchte ich noch ein paar, leicht nachvollziehbare Argumente an die Hand geben:

Untersuchen wir die Frage: Kann man Raum unmittelbar(!), im Sinne der Physik unserer sensorischen Sinne in der Generatorrealität sehen? Stellen wir uns vor, wir sind in einem Fotolabor und das Licht ist aus. Sehen wir den Raum um uns herum ..., unmittelbar(!) sensorisch? Definitiv nein: Raum emittiert keine em-Wellen im sichtbaren Bereich der Augen!

Haben wir einen Sensor, der den Zeitverlauf, so wie wir diesen empfinden, unmittelbar(!) sensorisch aus der vor den Sinnessensoren liegenden Realität aufnimmt? Definitiv nein. In keiner wissenschaftlichen Literatur ist ein solcher Sinn beschrieben! Das wäre auch ein Rekursionsschluss, denn zu unterstellen, dass in der (generierten und) vor die sensorischen Sinne projizierten Realität die Zeit als solche, unabhängig in ihrem »so-sein« wiederum zurückkommt in die Wahrnehmung, wäre ein seltsamer Schluss; wo sollte diese denn herkommen im Sinne der Systemtheorie und der These 1?!

Haben wir einen sensorischen Sinn, der unmittelbar(!) Energie oder Materie aus der generierten, projizierten Realität vor diesen unseren Sinnen als em-Wechselwirkung aufnehmen und dem wahrnehmenden Bewusstsein zur Verfügung stellen könnte? Auch hier definitiv nein!

Zur abschließenden Beschreibung des Bewusstseinmodels, von »Unmittelbar generierten Emotionen« über »Sensorisch generierten Wahrnehmungen«, »Assoziativ generierten Wahrnehmungen« und »Resultativ generierten Wahrnehmungen« bis zuletzt den »Interpretierten Wahrnehmungen« möchte ich noch einmal an die Systemtheorie erinnern. Im Prinzip ist jede Bewusstseinsstufe ein spezialisierteres System, das in der vorherigen, allgemeineren Systemstufe eingebettet ist und aus diesem hervorgeht. Dabei gewinnt jede Stufe im Sinne von: »Das Ganze ist mehr, als die Summe seiner Teile oder Elemente.« an Eigenschaften, wie es die Stufendefinitionen aussagen. Aus den, der sensorischen Realität im generatorrealen Sinne, näherliegenden Wahrnehmungen, werden die sensorischen Botschaften, die das Gehirn interpretiert, erweitert und ergänzt. Weitere Wahrnehmungseigenschaften werden in immer spezialisierterer Form generiert, die es in der darunter liegenden, allgemeineren Stufe noch nicht hatte.
 
Resümee:
Die Basisentitäten des Seins sind gleichwohl am entferntesten Ende von sensorisch unmittelbarer Wahrnehmung entfernt und die in der üblichen physikalischen Weltsicht beschriebenen Folgeentitäten genau umgekehrt! Keine der sogenannten Basisentitäten allen Seins ist unmittelbar sensorisch wahrnehmbar. Sie werden als Folge über mehrere Schnittstellen in immer spezialisiertere Wahrnehmungssysteme generiert aus dem Zusammenspiel mehrerer Zwischenstufen. So wird der Raumeindruck generiert aus dem Zwischenraum von Gegenständen, die wiederum auf der Basis von Botschaften aus der Welt vor dem Bewusstsein (nicht zu Verwechseln mit »vor den Augen«!) resultierend generiert werden. Die Zeit oder besser: die Zeitverlaufsempfindung ist das generierte Resultat aller Zustandsveränderungen des Gehirns selbst. Nebenbei bemerkt wirft das ein »deutliches Licht« auf die schon von Alters her immer wieder auftauchenden Interpretationen, was denn die Zeit sei. Auch hier stößt man in den Überlieferungen der altvordern Philosophen wie z.B. des Augustinus von Hippo (354 - 430) bis in die Neuzeit immer wieder auf Vermutungen, dass die Zeit eine Illusion sei. Nun, ich mag den Begriff nicht, denn eine Illusion ist eine nichtrealer Zustand. Die Zeit bzw. die Zeitverläuflichkeit ist aber im Sinne der Systemtheorie definitiv real! Sie ist eine immanente Systemkomponente der/unserer Generatorrealität.
 


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