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Platon

Polarlichter vom Postschiff »MS Kong Harald«
bei Tromsø/Norwegen Ende März 2012

Hier einige Bilder der Polarlichter während meiner Hurtigruten-Reise:

Sie gilt als die schönste Seereise der Welt: Mit einem Postschiff der Hurtigruten-Gesellschaft, von Bergen im Südwesten bis Kirkenes hinter dem Nordkap an der russischen Grenze, rund 5000km an der Küste Norwegens entlang über den Polarkreis.
»Hunting the light« und »I did the arctic« war das Motto der Reise.

Meine Frau und ich hatten uns für diese 12-tägige Schiffsreise mit Vollpension auf der »MS Kong Harald« eingemietet und sowohl die nordgehende Route hinauf als auch die südgehende Route zurück erlebt. Dabei lief das Schiff 34 Häfen entsprechend jeweils zweimal an.

»Unser" Schiff«, die »MS Kong Harald«: 122m lang, 19m breit, 11200t schwer, 9000kW Leistung und 15 Knoten (28km/h) schnell, beim Auslaufen von Harstad, als wir mit dem Bus die Inselwelt der Vesterålen kennenlernten, um uns dann in Risøyhamn wieder zu treffen und an Bord zu begeben.

Das Wetter war jahreszeitbedingt sehr wolkig und so hatten wir auf der nordgehenden Tour nur selten etwas von den Nordlichtern bzw. Polarlichtern hinter den Wolken glimmen sehen. Ein paar Bilder vom 17.03.2012 sind dennoch in einem Wolkenloch gelungen. Doch dann auf der Rückreise kam der 20. März. Gerade im richtigen Gürtel des Auftretens von Polarlichtern. Zwischen Skjervøy und Tromsø hatten wir einen total wolkenlosen Himmel und sehr ruhige See. Und als die Dämmerung vollendet war, fing das große Schauspiel erst richtig an:

Alle Polarlichtbilder sind mit meiner kleinen Reise-Übergangskammera »Canon PowerShot S2IS« mit der Einstellung ISO-400, Blende 2,7 und je nach Helligkeit ca. 10 bis 15sec Belichtungszeit aufgenommen.

Doch nun einige der besten meiner Bilder, enojy:


17. März: Mitte unten der Jupiter und darüber die Venus bei leicht schwankendem Schiff, am Horizont ein kleines Dorf vor den Bergen.
Vor dem Polarlicht ein paar dunkle Wolken.


17. März: Am Horizont wieder zwei Dörfer und eine dicke Wolkenbank vor dem Polarlicht, darüber Sterne.
Neben dem im Norden üblichen, grünen Licht bitte den relativ seltenen violetten Saum am unteren Ende beachten.


17. März: Sehr helle Ausprägung weiter im Zenit.
Neben dem violetten Saum sind rechts davon schon einige schwache Vorhang-Streamer zu erkennen.

Die folgenden Bilder sind alle vom 20. März, ein Tag vor der Tag-Nacht-Gleiche:


Sonnenuntergang vor dem kurzen Anlegen bei dem kleinen Ort Skjervøy.
So etwa muss man sich im Sommer die Mitternachtssonne vorstellen, denn nach dem tiefsten Punkt steigt sie zum Morgen hin wieder hoch. Wir allerdings waren zur Tag-Nachtgleiche um den 21. März dort und die Sonne ging wie gewohnt noch unter.


Die kleinen Doppelsternchen oben links sind die Birnchen in der Salondecke, die sich in der Schiffsscheibe spiegeln.


Im Hafen von Skjervøy während der Dämmerung.
Bildmitte unten wieder der Jupiter und links darüber die Venus bei leichter Cirrusbewölkung.

Nachdem unser Schiff wieder abgelegt hatte und weiterfuhr, und als die Dunkelheit komplett war, ging's endlich richtig los:


Der erste Glow, schon relativ hell bei leichter Dynamik des Polarlichts, deutlich wabernde Veränderung im Sekundenbereich, am Himmel dahinter die Sterne.


Wenn man sich diesen Glow betrachtet, dann kann man sich gut vorstellen, warum die alten Wikinger entsprechende Mythologien entwickelten. Sie glaubten, dass die Walküren hinter dem Horizont den Sieg ihrer Schlachten feierten, wobei sich das Mondlicht in den schimmernden Rüstungen widerspiegelte. Es war schon verblüffend, wie oft auch wir glaubten Gesichter zu erkennen. Die zwei Augen mit Augenbrauen, die markante Nase und der Schnautzbart über dem markanten Kinnbart im Bild unten sind unübersehbar.


In diesem Bild ist das Polarlicht zwar nur schwach zu erkennen, dafür aber die Lichter einiger Häuser am Horizont und im Besonderen einige Planeten und Sterne, die alle durch das stampfende Schiff verzogen erscheinen. Der ganz helle Schein links der Bildmitte ist die Venus, darunter etwas schwächer der Jupiter und links oberhalb der Mitte das Siebengestirn, also der offene Sternhaufen der Plejaden.


Wieder nur ein schwacher Glow, dafür aber der große Wagen von links unten schräg zur Bildmitte. Der Nordstern, der durch das fünfmalige Verlängern der sogenannten Hinterachse nach oben links zu finden wäre, ist leider nicht mehr auf dem Bild.


Erste deutliche Vorhänge sind zu erkennen. Rechts oberhalb der Mitte ist der Halbkreis des Sternbildes Nördliche Krone (Corona Borealis) mit sechs Sternen zu erkennen. Das Polarlicht heist auf lateinisch so ähnlich: Aurora Borealis, den Borealis heißt nördlich.


Ein Lichtband bis zum Horizont hinter den schneebedeckten Berg. Rechts davor ein Dorf und vor dem berg ein fahrendes Schiff.
Man beachte die grüne Reflexion auf dem Wasser und den leicht rötlich-violetten Saum hinten.


Rund zweieinhalb Minuten später ein ganz anderes Bild. Links unten das Heckwasser der Schiffsschrauben in voller Fahrt.


Der Himmel glüht über dem Horizont. Hinten ein paar wenige einsame Häuserlichter.


Zufälligerweise fliegt, durch abgewarteten Start der Belichtung, ein Flugzeug vor dem Polarlicht her. In der Bildmitte links und rechts die Dauerspur der Flügelenden und dazwischen das rhythmische Aufblitzen der Rumpflampe. Rechts oberhalb der Mitte ist wieder der Halbkreis des Sternbildes Nördliche Krone mit seinen sechs Sternen zu erkennen.


Wieder ein wenig später deutliche Vorhangstrukturen mit kleinen hochdynamischen Streamern.
Danach wurde es so hell, dass man sogar hätte Zeitung lesen können.


Es wabert und wallt! Sehr schön sind wider die schneebedeckten Berge im grünen Licht zu erkennen.


Von allen an Deck stehenden Passagieren war nur noch ein ein begeistertes "ahh" und "boahh" und "schau mal da" zu hören.
Halblinks unten ein rötliches Leuchtfeuer für die Schiffe. Wieder ist ein leichter violetter Saum sowie dynamische Streamer zu erkennen.


Die starken hochdynamischen Streamer kommen bei meiner Kamera wegen der langen Belichtungszeit leider nicht so deutlich durch, aber sie sind zu sehen. Rechts unten wieder eine Dorf. Die Sterne sind durch das leichte Rollen des Schiffs leicht seitlich verzogen.


Starke hochdynamische Vorhangbildung. Rechts unten wieder das Heckwasser des Schiffs im grünen Widerschein.


Das Grün nahm vorerst kein Ende. Manchmal waren blitzartig deutlich rote Anteile zu sehen.
Diese waren aber zu kurz für die lange Belichtung. Rechts und links wieder die schneebedeckten Küstenberge.


Romantische Küstenberge im grünen Licht, davor ein paar einsame Häuser. Deutliche dynamische Vorhangbildung.


Um kurz vor 11:00, also seit der Dämmerung und der Abfahrt von Skjervøy Richtung Tromsø nach rund 3 Stunden an Deck, mit nunmehr trotz dicker Kleidung und Schuhen kalten Füßen, reduzierte sich das Licht und die Dynamik deutlich zu einem nur noch schwachen Glow. Hier die so ziemlich letzten Vorhänge mit leicht violettem Saum über den schneebedeckten Küstenbergen..

Insgesamt war diese Reise ein voller Erfolg und ein überwältigendes Erlebnis!

 

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